Interview mit Christian Meier


Christian Meier, Weshalb engagieren Sie sich im Komitee der Impulsveranstaltung zum Anlass «Ein Gebet voraus»?
Seit 20 Jahren investiere ich mich für die Erneuerung des Bettages. Als Christen sollen wir uns zum Gebet versammeln, um für unser Land und Verantwortungsträger in Wirtschaft, Politik und Bildung einzustehen. Mit der Schweiz verbindet mich eine grosse Dankbarkeit. Gottes Segen ist in vielerlei Hinsicht in diesem Land sichtbar. Gleichzeitig stehen wir als Land und auch global in grossen Veränderungsprozessen. Dafür wollen wir bittend im Gebet einstehen. Wer reich beschenkt ist, sollte die Busse nicht vergessen. Hochmut und falsche Sicherheit verleiten uns auf menschliche Stärken. Unser monetäres Denken führt zB. dahin, dass ein Ruhetag immer mehr aus der Arbeitswelt verdrängt wird. Für solche Fehlleitung wollen wir Busse tun und ein Zeichen setzen. „Ein Gebet voraus“ ist ein Anlass, der das Gebet und somit Gott ins Zentrum unseres Handelns stellt. Es ist Zeit, dass wir als Christen uns zum Gebet sammeln! Das Gebet hat eine Kraft, weil sich Gott dem Betenden zuwendet.

 

Was dürfen die Besucherinnen und Besucher von Anlass erwarten?
Wir werden zwei Stunden im Gebet sein. Nach einer Einleitung und einem Grusswort aus der Politik werden wir begleitet von Liedern in drei Gebetsteile einsteigen. Wir beginnen mit dem Dank, danach folgen Fürbitte und Busse. Alle Besucherinnen und Besucher erhalten eine Liturgie. Es gibt gemeinsame Teile, die wir miteinander beten und freie Gebetsmomente, die wir alleine oder in Gruppen verbringen. Wir stehen öffentlich für unser Land ein und erfahren die starke Einheit über Denominationen hinweg.

 

Weshalb sind solche Anlässe des Gebets gerade heute wichtig?
In allen Bereichen der Gesellschaft erfahren wir einen Wertezerfall. Der Bezug zu Jesus Christus, welcher unser Land stark geprägt hat, weicht zunehmend der Neutralität. Mir geht es nicht um eine Engführung und moralische Gebote, sondern um das Bewusstsein, dass wir Menschen auf Gottes Segen angewiesen sind. Dieses Bewusstsein geht immer mehr verloren. Im Gebet ist Gott unser Gegenüber. In diesem Kontext erfahren wir Segen und Orientierung für unser Leben und unser Land.

 

Für welche Anliegen wird am diesjährigen Bettag besonders gebetet?
Das Thema ist Einheit. Wir bitten um Einheit unter den Denominationen. Daneben gibt es drei Teile. Wir danken Gott für die Versammlungsfreiheit, für den Reichtum an Ernte, für den Rechtsstaat und Meinungsfreiheit. Wir tun Busse, dass wir Menschen uns selber ins Zentrum stellen und nicht Gottes Willen in Politik, Bildung und Wirtschaft suchen. Wir tun Busse, weil wir unseren Reichtum nicht mit dem Schwachen teilen. Wir bitten um Orientierung in allen Gesellschaftsbereichen. Wir bitten, um Stärkung der Familien, um Segen für Verantwortungsträger, für unsere Landwirtschaft und KMU’s.